Verfasser: Ralf Hartmann - Dienstag, 19.04.2011
Eigentlich ist das Prinzip ganz einfach. Beim Bremsen wird ein Widerstand gegen das Rad gedrückt. Je größer die Kraft auf das Rad, desto langsamer dreht es
sich. Nach diesem Prinzip bremsen Kutschen heute noch. Beim Auto ist das kniffliger. Dort muss die Kraft vom Tritt auf das Pedal in Bremsenenergie umgewandelt
und zu den vier Rädern transportiert werden. Diese Aufgabe übernimmt eine Hydraulikflüssigkeit im Bremssystem. Bis das Bremskommando des Autofahrers zum Rad
gelangt und wirkt, vergehen nur Zehntelsekunden. Dennoch laufen eine ganze Reihe technischer Vorgänge ab.
Heiße Sache
Der Bremsvorgang ist eine ziemlich heiße Angelegenheit: Bewegungsenergie wandelt sich durch Reibung in Wärme um. Beim Bremsen können Temperaturen von bis
zu 800 Grad an Bremsbelägen und Bremsscheiben auftreten. Das Reibmaterial des Belags spielt deswegen eine wichtige Rolle. Es muss zum einen sehr stabil und
hitzebeständig sein. Zum anderen muss das Material rau sein, damit es beim Bremsen genug Grip an der Scheibe erzeugt. Mischungen mit Kupfer erfüllen diese
Anforderungen, schaden jedoch der Umwelt.
Denn bei jedem Bremsvorgang gelangt der Abrieb der Beläge als Bremsstaub in Böden und Gewässer. Es gibt
aber Bremsenhersteller, die Kupfer durch eine Kombination aus mineralischen und keramischen Fasern ersetzen. Diese schonen die Umwelt.
Scheibe statt Trommel
Neue Autos haben mittlerweile vorne und hinten Scheibenbremsen. Viele ältere Fahrzeuge sind auf der Hinterachse noch mit
Trommelbremsen ausgerüstet. Das hydraulische Prinzip ist hier dasselbe, nur dass nicht Bremsbeläge an eine Scheibe drücken, sondern Bremsbacken von innen an
die Wand der umlaufenden Bremstrommel. Der Nachteil der Trommelbremsen ist die etwas kompliziertere Bauart – Sicherheitssysteme wie ABS und ESP lassen sich
nicht so einfach umsetzen wie in Scheibenbremsen.
Sauber bremsen
2005 gelangten über 900 Tonnen Kupfer durch den Abrieb von
Bremsbelägen in die Umwelt. Das sind 75 Prozent der Kupferbelastung im urbanen Bereich.
Dass es auch anders geht, zeigt der Hersteller TRW. Er verzichtet
seit mehr als zehn Jahren auf Kupfer. Und dennoch gehören die Bremsbeläge zu den sogenannten Premiumbelägen am Markt. Das besondere Engagement für den
Umweltschutz wurde im Jahr 2009 von Greenpeace sogar mit einer Kaufempfehlung honoriert.
Mehr Infos unter
www.sauber-gebremst.de.
